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Bierprämierung, allg. Infos zum Brown Ale

Die klassischen Brown Ale Varianten

Markus Metzger

 

Angesichts der vielen verschiedenen Varianten, in denen weltweit Brown Ales eingebraut werden, nachfolgend zur Orientierung einige Informationen zu Entstehung, Farbe, Aroma und Hopfung der verbreitetsten Brown Ale Versionen. Grundlage der Texte ist „The Ultimate Almanac of World Beer Recipes” von Horst Dornbusch.

 

Brown Ale, südenglisch

Erstmals wurde ein Brown Ale in England wohl im Süden der Insel im Mittelalter eingebraut. Manche Quellen verweisen sogar auf noch frühere Zeiten. Damals wurde beim Mälzen das gekeimte Getreide direkt über den Rauchgasen eines Holz- oder Kohlefeuers getrocknet, so dass jedes Malz eine dunkle Farbe und rauchige Röstaromen erhielt. Die Farbe der Biere, die mit diesen Malzen im Mittelalter gebraut wurden, war unvermeidbar bräunlich. Helles Malz konnte damals schlicht nicht hergestellt werden.

Mittelalterliche Brown Ale waren auch nicht gehopft, denn Hopfen wurde erst im ausgehenden Mittelalter (15. Jhdt.) von flämischen Einwanderern auf den britischen Inseln eingeführt. Seetang, Eichenblätter und Holunderbeeren dienten damals u. a. zum Würzen.

Das typische südenglische Brown Ale ist heute bernsteinfarben mit einer Tendenz ins Kupferne oder Rötliche. Eine leichte Schokoladenmalznote oder ein Hauch von Röst- oder Raucharomen kennzeichnen ebenfalls die südenglische Variante.

 

Brown Ale, nordenglisch

Nordenglisches Brown Ale ist malzbetont aromatisch mit Unternoten von Nüssen, Biskuit und Karamell. Wie bei den südenglischen Brown Ale reicht das Farbspektrum von dunklem Bernstein bis zu rötlichem Braun. Nordenglische Brown Ale werden etwas stärker eingebraut als südenglische. Röst- oder Raucharomen sind hier nicht erwünscht. Diese speziellen Brown Ales weisen im Abgang eine deutliche Restsüße mit sehr zurückhaltender Hopfenbittere auf.

Das Hopfenaroma der nordenglischen Brown Ale ist nur wenig ausgeprägt. Das klassische Hopfenprofil des nordenglischen Brown Ale ist ausgeprägt „englisch" und kommt von der Verwendung der Hopfensorten Fuggles oder East Kent Goldings.

 

Brown Ale, belgisch

Old Brown (flämisch: Flanders Brown Ale oder Oud Bruin) ist ein Vertreter der belgischen sauren Ales. Flandern ist die Region rund um Brüssel und der Mittelpunkt der Produktion von Bieren mit deutlicher Säure in Belgien.

Flanders Brown Ales sind generell golden bis rot-braun, seltener dunkel, nicht anders als ein englisches Brown Ale. Röstaromen sind nicht erwünscht. Flanders werden stark oder mild durch typische belgische Brauverfahren mit Spontangärung eingebraut. Diese Biere werden jung oder lange (mehrere Jahre) gereift getrunken. Teilweise werden sie auch aus jungem und altem Bier verschnitten oder mit sauren Früchten aromatisiert.

Das Oud Bruin hat eine starke Karamellmalznote, reichlich Frucht- und Esteraromen sowie einen sherryähnlichen Beigeschmack. Die maßvolle Hopfengabe erfolgt mit sehr edlen Sorten. Das Ergebnis ist ein Bier mit deutlicher Hopfenbittere.

 

Brown Ale, amerikanisch

Die amerikanische Brown Ale Version ist sehr malzig mit einer starken Karamellnote, etwas Schokoladen- und Röstaromen aber keinerlei rauchigem Geschmack. Der Brauer hat die freie Auswahl zwischen zitronigen, blumigen, herben, harzigen oder würzigen Hopfen. Cascade ist eine typische Hopfensorte für dieses Bier. Trotz Obergärung sollen amerikanische Brown Ale möglichst wenig fruchtig-estrig riechen und schmecken.

05.10.2011, 15:55 von VHD-Vorstand | 42353 Aufrufe
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