Vereinigung der Haus- und Hobbybrauer in Deutschland e. V.
„Der Berch ruft“
die Erlanger Bergkirchweih wird schützenswertes Kulturgut!
Die Erlanger Bergkirchweih gilt nicht nur als das ältestes Bierfest der Welt, sondern ist auch ein großes Volksfest für Alt und Jung. Jetzt ist diese traditionsreiche Veranstaltung als immaterielles Kulturerbe in das Bayerische Landesverzeichnis aufgenommen worden. Diese Liste umfasst nur 103 Einträge, wie die bayrische Brautradition nach dem Reinheitsgebot oder den Hopfenanbau in Deutschland.
Den dazu notwendigen Antrag hatten der Verein Bergflair ERhalten und das Wirtschaftsreferat der Stadt Erlangen gemeinsam beim Bayrischen Staatsministerium gestellt. Es ging darum, die kulturelle Bedeutung des Keller- und Bergkirchweihgeländes sowie die der Bergkirchweih und deren einzigartiges Flair zu erhalten und aufzuwerten. Die geforderte detaillierte Auseinandersetzung mit der historischen Entwicklung, der kulturellen Bedeutung und der Zukunft des Festes, alles vor dem Hintergrund von Bier- und Traditionskultur bedeutete Stunden um Stunden ehrenamtlichen Engagements und viel fachliches Wissen. Zwei Jahre haben diese Arbeiten in Anspruch genommen, bevor der Antrag auf den Weg gebracht werden konnte. Unser VHD-Mitglied Petra „Willy“ Paulsen vom Verein zur Förderung der fränkischen Braukultur war in ihrer Funktion als Vorstandsmitglied von Bergflair ERhalten unermüdlich am Werk und freut sich gemeinsam mit ihrem Team über den Erfolg!
Wir gratulieren dem Team um den Verein „Bergflair ERhalten“ zu ihrer erfolgreichen Arbeit und dieser besonderen Auszeichnung!

Bild oben: Die Erlanger Presse berichtete über die Auszeichnung zum schützenswerten Kulturgut
55 Jahre älter als das Oktoberfest!
Am 21. April 1755 hatte der Erlanger Stadtrat beschlossen, den Pfingstmarkt und das „Vogelschießen“ des Schützenvereins zusammenzulegen und an den Burgberg umzusiedeln. Somit ist die Bergkirchweih ganze 55 Jahre älter als das Münchner Oktoberfest! Die in Erlangen vorhandenen Felsenkeller, in denen das Bier der vielen Brauereien gelagert und gekühlt werden konnte, waren schnell in die Festivitäten einbezogen worden. Deren fest installierte Biertische und -bänke unter Linden, Eichen und Kastanien gelten heute als einer der größten Biergärten Europas, umfassen sie doch 11.000 Sitzplätze!
Startschuss für die „Berchkerwa“ ist immer am Donnerstag vor Pfingsten mit der „Bierprobe“. Zur 5. Erlanger Jahreszeit zieht es regelmäßig rund eine Millionen Besucher auf den Burgberg – also fast zehnmal so viele Menschen wie die mittelfränkische Universitätsstadt an Einwohnern zählt.
Wer in Erlangen gewohnt, studiert oder gearbeitet hat, kommt möglichst zur Bergkirchweih zu Besuch. Ab 10 Uhr morgens sitzen die Erlanger gemütlich zusammen, feiern gemeinsam bei Festbier aus Steinkrügen, selbst mitgebrachter Brotzeit oder von der Gastronomie zubereiteten fränkischen Spezialitäten. Neben den 15 Braukellern gibt es auch einen Bereich mit Fahrgeschäften und weiteren Buden, der vor allem bei der Jugend beliebt ist. Um 23 Uhr schließen die Bierkeller und das Geschehen verlagert sich oft in die Stadt, wo noch bis früh am Morgen weitergefeiert wird.
Feierliches „Fass-Begräbnis“
Erst nach zwölf Tagen wird an einem Montagabend die Bergkirchweih traditionell mit dem Bierbegräbnis beendet: Festwirte, Helfer und ein „Priester“ (einer der Festwirte) ziehen mit Schaufel, Pickel sowie einem letzten Fass Festbier durch die Menge, um dieses zu begraben. Mit weißen Taschentüchern winkend verabschieden sich die Besucher für ein Jahr vom "Berch" mit dem Lied "Lili Marleen". Und freuen sich schon auf das nächste Jahr!
Neugierig geworden? Dann habt ihr ab dem 21. Mai (Donnerstag/Bierprobe!) Gelegenheit, dem Ruf des Berges zu folgen.
Text: Martina Biniasch
Bilder: Erlanger Nachrichten (Zeitungsausriss), iStock.com/SteffenWalter
Wer etwas in die Kirchweihstimmung eintauchen will, kann das mit einem ARD-Film von 2025 machen:
Erlanger Bergkirchweih - MEHR!
Bild unten: Zwölf Tage herrscht „Ausnahmezustand“ auf der Erlanger „Berchkerwa“

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