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Rückblick HHBT 2004

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Rückblick HHBT 2004

Michelstadt - Austragungsort der HHBT war die Kellerei139 Hausbrauer inkl. Anhang plus einige Spontanbesucher nahmen an den Haus- und Hobbybrauertagen 2004 in Michelstadt teil, wobei sich Herkunft der Teilnehmer über die ganze Bundesrepublik verteilte. Sehr stark war diesmal NRW und besonders das Ruhrgebiet vertreten, was sich dann auch bei den Ergebnissen der Bierprämierung entsprechend durchschlug.

 

Zum ersten mal gab es, zumindest nach meiner Erinnerung,  auch Teilnehmer aus den neuen Ländern. Eine Region in der der VHD bislang kaum Mitglieder aufweisen kann.

 

Austragungsort war die „Kellerei“ im Zentrum der Altstadt von Michelstadt. Ein historisches Kellergewölbe in einem alten Burgensemble aus dem 16. Jahrhundert. Ein geschichtsträchtiger Ort und für mich persönlich bislang der schönste Veranstaltungsort, der schon mal von Hausbrauertagen heimgesucht wurde. Neben dem Kellergewölbe standen uns auch der gepflasterte Innenhof  der „Kellerei“ mit Anschluß zur Fußgängerzone in der Michelstädter Altstadt zur Verfügung, so dass sich auch der eine oder andere Zufallsbesucher und Michelstadt-Tourist zu uns verlief.

 

HHBT 2004 - Aufbruch am Samstag zu den TourenNeben der obligatorischen Mitgliederversammlung am Freitagabend (ein Protokoll lag der letzten VHD intern bei), die wie immer zügig und reibungslos über die Bühne gebracht wurde, erwarteten die Teilnehmer am Samstag zwei verschiedene Exkursionen. Die eine führte zur Brauerei Dörr, der einzigen verbliebenen Privatbrauerei im Familienbesitz im Odenwald. Anschließend ging es zum Stadtrundgang durch die Michelstädter Altstadt und endete mit einer Schnapsprobe in der „Rathausbräu“. Das ist die ortsansässige Gaststättenbrauerei, die auch eine Brennanlage betreibt.

 

Andere Teilnehmer zog es zur Führung in die Burg Breuberg und anschließend ins Gasthaus „Dornrös’chen“ wo Familie Merkel den Hausbrauern Basiswissen über die Herstellung des hiesigen Apfelwein vermittelte und man hausgekelterten Apfelwein verkosten konnte.

 

Während des ganzen Samstags fand auf dem Innenhof der Kellerei ein Schaubrauen mit Waschkesseln statt, das von Willi (Petra Paulsen) und Nikola Wagner von der „Vierbräu“ in Szene gesetzt wurde.

 

Bei sonnigem Wetter wurde ein eigens für diese Veranstaltung gebrautes Märzen ausgeschenkt. Ein süffiges, kupferfarbenes Bier, das viel Zuspruch auch unter den Nordlichtern fand. Das Bier war bereits im Juli unter Mitwirkung unseres 1. Vorsitzenden Dieter Birk in der „Rathausbräu“ in Michelstadt gebraut worden und nun zur Veranstaltung wurde es optimal ausgereift vom Fass gezapft. Dieses Bier konnte man auch in einer für diese Veranstaltung kreierten 1-Liter-Bügelverschlussflasche mit VHD-Logo günstig erwerben, wobei Dieter es sich antat, noch am Abend zuvor einige hundert Flaschen von Hand befüllen.

 

Michelstädter Rathausbräu - hier entstand das Bier der HHBT 2004Unser Veranstalter vor Ort, Michael Beer, hatte auch während des Tages für feste Nahrung gesorgt und so standen im Hof der Kellerei auch ein Metzger und Bäcker mit ihren Verkaufsständen bereit.

 

Am späten Nachmittag eröffnete dann ein kleiner Hausbrauermarkt mit Flohmarkt, der allerdings nur wenige Aussteller hatte. Wie schon in den Jahren zuvor war es wohl schwierig, Aussteller zur Anreise zu bewegen, sofern sie nicht eh als Teilnehmer angereist waren. Auch das Weyermann-Team wurde diesmal schmerzlich vermisst, denn in der Vergangenheit hatten doch einige Teilnehmer die mit dem Auto angereist waren, die Gelegenheit zum Malzeinkauf en gros genutzt.

 

Im Fokus des Interesses stand auch der Informationsstand des VHD, an dem der Autor dieser Zeilen viele Fragen aus der ortsansässigen Bevölkerung beantworten durfte und dabei begeisternde Verkaufserfolge erzielen konnte. Besonders gut lief das von Markus Harms beschaffte Infoplakat, das grafisch anschaulich die Bierherstellung zeigt.

 

Samstagabend stand dann der große Hausbrauerabend auf dem Programm, dessen Höhepunkt die Bierprämierung darstellte. Zuvor gab’s die Schlacht am warmen Buffet, das wirklich reichlich und lecker daher kam. Auch hier hatte unser Veranstalter Michael Beer unterstützt von seinen zahlreichen Mithelfern aus dem lokalen Handballverein ein prima Händchen bei der Auswahl der Caterers  bewiesen.

 

Schaubrauen mit Petra Paulsen & Nicola Wagner

Die Bierprämierung barg für mich persönlich keine Überraschungen, wohl aber für den einen oder die andere fränkische HausbrauerIn, denn die Preise gingen fast ausnahmslos in den Norden. Nachdem in den vergangenen Jahren die BrauerInnen der Erlanger „Vierbräu“ immer wieder die meisten Preise abräumten, langte es heuer nur für einen einzigen dritten Platz. Alle anderen Gewinnern kamen aus Städten wie Nordhorn, Münster, Krefeld, Moers, usw. „Best of  Show“ wurde Udo Vossmann aus Nordhorn, der einen 1. und einen 2. Platz erreichen konnte. Vielleicht lag die Dominanz der „Preussen“ an der diesjährigen Sortenauswahl. Oberfranken und Bayern sind ja nicht gerade eine Domäne des Altbieres oder des Dry Stout. Allerdings beim hellen Lagerbier, eigentlich ein Synonym für das bay’rische Helle, wäre eigentlich mehr süddeutsche Präsenz zu erwarten gewesen.

 

Nachdem der Abend für den einen mehr, für den anderen mit weniger Bier fröhlich ausklang, fanden wir uns am Sonntagmorgen, zu den Fachvorträgen zusammen. Dr. Hagen Rudolph referierte über „Wasser – so klar und doch so unduchsichtig“, Bernd Moser über das „Gushing-Phänomen“, das Wildwerden von Bier und Herrmann Kretschmer verriet Tips und Tricks beim Bau einer Kleinbrauanlage.

 

Ich konnte den Vorträgen leider nicht persönlich lauschen, ein paar wichtige Absprachen für die Ausgabe der Flaschenpost mußten noch  getroffen werden. Vom Hörensagen aber weiß ich, dass alle Vorträge gut bei den Teilnehmern ankamen, wobei  die Qualität der Präsentation von Hagen, die Zuhörer besonders beeindruckt haben soll. Allen Referenten sei an dieser Stelle noch mal herzlich gedankt.

 

Das waren einmal mehr, perfekt organisierte Hausbrauertage, die wir diesmal dem hervorragenden Einsatz von Michael Beer und seinem Veranstaltungsteam zu verdanken haben.

 

Ganz herzlich Dank an Dich, Michael und alle Deine einsatzkräftigen Helfer.

 

Nächtest Jahr geht es zurück zu den Wurzeln des VHD nach Himmelkron, denn die Hausbrauertage feiern im Herbst ihr zehnjähriges Jubiläum. Die Himmelkroner Braufreunde hatten seinerzeit die allerersten HHBT ausgerichtet und ich bin gespannt, was sie sich zu dieser Jubiläumsveranstaltung werden einfallen lassen.

10.04.2009, 15:36 von Sinister | 5296 Aufrufe
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